Diese Woche wurde Wien zum Treffpunkt für Pathologen aus aller Welt beim 37. Europäischen Kongress für Pathologie. Für Dermagnostix war es eine inspirierende Gelegenheit, sich mit Experten zu vernetzen, Ideen auszutauschen und unsere Leidenschaft in den Mittelpunkt zu rücken: molekulare Diagnostik in der Dermatopathologie.
Wir waren besonders erfreut, am allerersten Joint European Meeting der International Society of Dermatopathology (ISDP), einer Präkongress-Veranstaltung des ECP, teilzunehmen, organisiert von Prof. Dr. Dieter Metze und Dr. Maite Fernandez-Figueras. Diese Initiative gab der Dermatopathologie eine eigene Bühne außerhalb des Hauptprogramms, das traditionell auf Krebs fokussiert ist – ein wichtiger Schritt, um die besonderen Herausforderungen und Chancen bei entzündlichen Hauterkrankungen, ob benigne oder maligne, hervorzuheben.
Wichtige Erkenntnisse aus dem wissenschaftlichen Programm
In der Sitzung „Herausfordernde Diagnosen in der Dermatopathologie“ betonten Experten, dass die Diagnose heute weniger eine einzelne Beobachtung ist, sondern vielmehr das Lösen eines Rätsels: Histologie, Klinik und Molekularpathologie ergänzen sich gegenseitig, um das Gesamtbild zu ergeben.
Die Mittagssitzung zum Thema „Psoriasis und neutrophile Dermatosen“ bot faszinierende Einblicke von Dr. Fernandez-Figueras in die Komplexität psoriasiformer Erkrankungen:
- Akanthose, Parakeratose, neutrophile Pusteln und dilatierte Kapillaren bleiben die histologischen Kennzeichen der Psoriasis. Je nach Progression, lokalen Faktoren und klinischer Subform sieht sie jedoch unter dem Mikroskop jedes Mal anders aus.
- Psoriasis imitiert häufig andere Erkrankungen wie vaskuläre Insuffizienz, Ekzeme und Syphilis. PRP, Arzneimittelexantheme, AGEP und Mycosis fungoides sind wichtige Differenzialdiagnosen, die berücksichtigt werden müssen.
Unser Fazit: Die Rolle der Genetik
Was uns am meisten auffiel, ist, wie oft klinische, histologische und molekulare Hinweise kombiniert werden müssen, um zu einer klaren Diagnose zu gelangen. In komplexen Fällen, in denen Entzündung nahe an Infektion liegt, wird genetische und molekulare Diagnostik unverzichtbar.
Wir sehen dies als starke Bestätigung unserer Mission: Klarheit in die Dermatopathologie durch innovative molekulare Diagnostik zu bringen.
Wien war eine fantastische Kulisse für diese Diskussionen, und wir sind dankbar für den inspirierenden Austausch mit Kollegen und Vordenkern. Wir freuen uns bereits auf den ESP-Kongress im nächsten Jahr und darauf, den Dialog fortzusetzen, wie wir die Dermatopathologie gemeinsam voranbringen können.