Die Genexpressionsanalyse untersucht, welche Gene in einer Probe aktiv sind und in welcher Stärke ihre RNA nachweisbar ist. Sie macht biologische Prozesse in Zellen und Geweben messbar und schafft objektive molekulare Ergebnisse für klar definierte Fragestellungen. In der Dermatologie kann sie klinische und histopathologische Befunde um eine standardisiert messbare Ebene erweitern.

Was ist eine Genexpressionsanalyse?

Gene enthalten die Bauanleitung für RNA und Proteine. Ob ein Gen in einer bestimmten Zelle aktiv ist, hängt unter anderem vom Zelltyp, Entzündungszustand und biologischen Umfeld ab. Bei der Genexpression wird genetische Information zunächst in RNA übertragen. Die Menge einer spezifischen RNA kann deshalb als Hinweis auf die Aktivität des zugehörigen Gens dienen.

Eine Genexpressionsanalyse misst diese RNA-Signale gezielt oder über eine größere Zahl von Genen hinweg. Ziel ist nicht allein der Nachweis eines einzelnen Gens, sondern die Einordnung charakteristischer Expressionsmuster. Dabei werden Ergebnisse immer im jeweiligen Proben-, Untersuchungs- und Anwendungskontext bewertet.

Wie läuft eine gezielte Genexpressionsanalyse ab?

Bei einer zielgerichteten Analyse werden vorab definierte Biomarker gemessen. Ein typischer Workflow umfasst die Probenvorbereitung, RNA-Extraktion, Umschreibung der RNA in komplementäre DNA und die quantitative Messung ausgewählter Zielgene mittels RT-qPCR. Die gemessenen Signale werden anschließend nach einem festgelegten Auswerteverfahren zu einem Ergebnis zusammengeführt.

  1. Probe gewinnen und bereitstellen: Je nach Anwendung kann Hautmaterial frisch oder als FFPE-Gewebe vorliegen.
  2. RNA aufbereiten: Die RNA wird aus der Probe isoliert und für die Messung vorbereitet.
  3. Zielgene quantifizieren: Eine RT-qPCR bestimmt die Expression der definierten Biomarker.
  4. Ergebnis auswerten: Die Messwerte werden automatisiert oder mit geeigneter Analysesoftware anhand des vorgesehenen Auswertealgorithmus verarbeitet.

Die Qualität der Probe, eine standardisierte Durchführung und eine nachvollziehbare Auswertung sind entscheidend für belastbare Ergebnisse. Bei vergleichenden Analysen ist zudem eine geeignete Normalisierung erforderlich, damit technische Unterschiede nicht fälschlich als biologische Expressionsunterschiede interpretiert werden.

Für einen geschlossenen, automatisierten Workflow in der RT‑qPCR bündelt die LabDisk-Kartusche Probenvorbereitung, Messung und Auswertung. Die Ausführung und Analyse erfolgen auf dem System Vollautomatisierter Analyzer für molekulare Tests.

Gezielte RT-qPCR oder Transkriptomanalyse?

Die passende Methode richtet sich nach der wissenschaftlichen oder diagnostischen Fragestellung. Eine gezielte RT-qPCR eignet sich, wenn eine definierte Gen-Signatur zuverlässig und reproduzierbar gemessen werden soll. Sie konzentriert sich auf wenige, vorab ausgewählte Marker und ist daher für standardisierte Workflows besonders geeignet.

Breite Transkriptomverfahren wie RNA-Sequenzierung erfassen dagegen zahlreiche RNA-Moleküle gleichzeitig und werden vor allem eingesetzt, um neue Muster oder Kandidatengene zu erforschen. Diese Verfahren erzeugen umfangreiche Datensätze und erfordern entsprechend komplexe bioinformatische Auswertungen. Eine breite Transkriptomanalyse ist nicht dasselbe wie eine zielgerichtete Biomarkeranalyse.

Genexpressionsanalyse bei entzündlichen Hauterkrankungen

Entzündliche Dermatosen können klinisch und histopathologisch überlappende Merkmale zeigen. Definierte Genexpressionssignaturen können hier objektive molekulare Ergebnisse für die diagnostische Beurteilung liefern. Diese Ergebnisse werden im Zusammenhang mit den klinischen Angaben und histopathologischen Befunden interpretiert.

Dermagnostix entwickelt dermatologiespezifische Systeme zur automatisierten Messung ausgewählter Genexpressionsmarker. PsorX ist ein CE-IVD-Produkt zur RT‑qPCR-basierten Differenzierung von Psoriasis und Ekzem in FFPE-Hautgewebe anhand der Marker NOS2 und CCL27. RNA-Extraktion, RT‑qPCR und Ergebnisermittlung erfolgen in einem geschlossenen, automatisierten Workflow. Vertiefende Evidenz und Validierungen finden Sie in unseren Publikationen und Studien.

Genexpressions-Biomarker für die dermatologische Forschung

Für Forschungsanwendungen können gezielte Gen-Signaturen helfen, molekulare Muster zwischen Hautproben zu vergleichen und Biomarker in der entzündlichen Hautforschung zu untersuchen. Der PE TargetDisk misst die NOS2- und CCL27-Expression aus frischen, oberflächlichen Hautproben und gibt einen automatisierten CCL27|NOS2-Score aus.

Der Erysk-TargetDisk erfasst die Gen-Signatur LCK und HOMER1 aus FFPE-Hautproben und liefert einen LCK|HOMER1-Score. Beide TargetDisk-Produkte sind ausschließlich für Forschungszwecke bestimmt und nicht für diagnostische Verfahren vorgesehen.

Worauf es bei der Interpretation ankommt

Ein Genexpressionswert ist kein isolierter Befund. RNA-Mengen können durch Probenmaterial, Zellzusammensetzung, Präanalytik und biologische Schwankungen beeinflusst werden. Auch lässt sich die Menge einer RNA nicht unmittelbar mit der Menge oder Funktion eines Proteins gleichsetzen.

Für die praktische Anwendung ist daher entscheidend, dass Biomarker, Probenart, Messmethode und Auswertealgorithmus zur jeweiligen Fragestellung passen. Standardisierte, automatisierte Abläufe können dazu beitragen, manuelle Prozessschritte zu reduzieren und Ergebnisse reproduzierbar bereitzustellen. Eine konkrete Anwendung der molekularen Analyse im dermatologischen Kontext ist die DermDisk für dermatologische Anwendungen.

Häufige Fragen zur Genexpressionsanalyse

Was wird bei einer Genanalyse gemacht?

Der Begriff Genanalyse umfasst verschiedene Verfahren zur Untersuchung des Erbguts oder der Genaktivität. Bei einer Genexpressionsanalyse wird nicht primär die DNA-Sequenz untersucht, sondern die Menge definierter RNA-Moleküle gemessen. Damit lässt sich feststellen, wie aktiv ausgewählte Gene in einer Probe sind.

Was ist der Unterschied zwischen Genexpressionsanalyse und Gentest?

Ein Gentest untersucht häufig Veränderungen in der DNA, etwa Varianten oder Mutationen. Eine Genexpressionsanalyse erfasst dagegen die Aktivität von Genen anhand ihrer RNA-Expression. Beide Verfahren beantworten unterschiedliche biologische und medizinische Fragen.

Welche Proben können für eine Genexpressionsanalyse verwendet werden?

Das geeignete Material hängt vom jeweiligen Assay ab. In der Dermatologie können beispielsweise FFPE-Hautgewebe oder frische, oberflächliche Hautproben verwendet werden. Maßgeblich sind stets die Vorgaben des eingesetzten Produkts und ein standardisierter Umgang mit der Probe.

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